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Black Friday in Dormagen

black friday dormagen

Wir mögen den Begriff „Black Friday“ eigentlich gar nicht, denn der steht u.a. auch für den großen Börsencrash vom 24.Oktober 1929. Damals brach die New Yorker Börse ein. Das war zwar ein Donnerstag in den USA, allerdings schwappte der Crash dann über Nacht nach Europa über und da war dann Freitag. Die darauffolgende Wirtschaftskrise brachte viel Leid über unseren damals noch saubereren Planeten.

Heute steht der „Black Friday“ für eine vermeintliche Rabattschlacht im Handel. Wer glaubt dass das alles Schnäppchen sind, speziell im Online-Handel ist naiv! Aber darum geht es uns gar nicht, dass kann ja jeder für sich selbst entscheiden.

Uns geht es um den Global-Player im Online-Handel Amazon, der heute alleine das Mehrfache des Umsatzes macht, als der gesamte stationäre Handel in Dormagen zusammen. Und das macht Amazon nicht nur an diesem Freitag, sondern JEDEN Tag, auch Sonntags. Amazon hat im letzten Quartal 100 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und peilt in diesem Quartal einen Rekordumsatz von 120 Milliarden an. Dagegen ist noch nicht mal großartig etwas einzuwenden, freie Marktwirtschaft halt.

Wogegen wir aber was einzuwenden haben ist die Tatsache, dass Amazon so gut wie keine Steuern in Deutschland bezahlen, aber trotzdem tausende von Amazon Lkw unsere Straßen nutzen und abnutzen. Die Verkäufe werden steuerlich über Luxemburg abgewickelt, aber die Ware ist nicht in Luxemburg, sondern hier.

Wir finden das hier auch erschreckend: „Die Fachleute von PwC haben im Rahmen einer Umfrage festgestellt, dass „die große Mehrheit vom heimischen Sofa zu shoppen gedenkt“: 74 Prozent wollen demnach vor allem online einkaufen, während lediglich 23 Prozent vorhaben, sich in die Geschäfte zu wagen.“ Quelle: tagschau.de

Natürlich sind Verbraucher dabei, die sich für einen Online-Kauf aus gesundheitlichen Gründen entscheiden, das ist ihr gutes Recht! Allerdings sähe die Bilanz auch ohne Corona nicht viel besser aus.

Das dadurch der stationäre Handel nach und nach verschwinden wird, muss aber auch jedem klar sein! Fast 75% Kaufkraftverlust würde selbst Amazon nicht verkraften.

WIR müssen umdenken, und wir haben das getan, deswegen sind wir hier und bleiben auch hier Stadt Dormagen!!!

Es ist fast wie beim Klimawandel „Erst wenn das letzte Geschäft zugemacht, das letzte Schaufenster verschwunden, der letzte Gastronom gegangen ist, werdet ihr merken, dass man Lebensqualität nicht kaufen kann.“